Sind Zyklus-Apps wirklich sicher?

Zyklus-Apps sind bei Kinderwunsch unbedenklich, aber unter Umständen enttäuschend. Werden sie zur Verhütung angewendet, können die Folgen fatal sein.
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Was früher unscheinbare Kreuzchen im Kalender waren, sind heute Apps in Form von Menstruationskalendern. In diesen Zyklus-Apps kann frau nicht nur den ersten Tag ihrer Monatsblutung eintragen, sondern auch Detailinformationen wie Schmerzen, Blutungsdauer oder den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs. Sobald die erste Eingabe des Periodenbeginns geschieht, trägt die App auch die fruchtbaren Tage im laufenden Zyklus ein.

Gemäss doccheck.com kann genau diese Berechnung der fruchtbaren Tage fatale Folgen haben. Die blosse Beobachtung der Periode mittels dieser App sei absolut unproblematisch, die Gefahr besteht in der Nutzung als Zyklus-App. Wie Dr. Elisabeth Raith-Paula sagt, sei die fruchtbare Zeit im aktuellen Zyklus nicht bestimmbar sondern nur errechenbar. „Dies geschieht entweder nach der starren, simplen, aber falschen Rechenregel: Der Zyklus hat 28 Tage und der Eisprung ist am 14. Zyklustag. Oder die Berechnung bezieht alle bisher eingetragenen Zyklen mit ein und wird je nach Anwendungsdauer ein wenig genauer“, meint Raith-Paula. Doch diese Berechnungen beziehen sich immer auf vergangene Zyklen. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Monatszyklen vergangen sind. Gemäss Raith-Paula können also mit der Kalendermethode keine Aussagen getroffen werden, die verlässlich sind.

Grund ist, dass der Zyklus einer Frau natürlichen Schwankungen unterliegt. Das Beweisen Forschungen aus der grössten Datenbank zur Zyklusforschung in Europa. So schwankt die Zykluslänge bei mehr als 60% der Frauen innerhalb eines Jahres um mehr als eine Woche. Bei den meisten Frauen finde der Eisprung nach dem 14. Zyklustag statt, wie das Portal schreibt. „Da sich bei jungen Mädchen der Eisprung signifikant später ereignet, sind die Angaben der Zyklus-App gerade für diese Altersgruppe besonders bedenklich“, so Raith-Paula. Bei manchen Frauen tritt der Eisprung gar vorher ein.

Dies bedeutet also, dass diese Zyklus-Apps bei Kinderwunsch grundsätzlich unbedenklich sind, aber unter Umständen enttäuschend. Werden die Apps jedoch zur Verhütung genutzt, können die Folgen fatal sein. Deshalb gilt: Finger weg von solchen Apps zur Verhütung, lieber zu altbewährten Mitteln greifen.

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