Gastbeitrag: Wie wirken sich Smartphone & Co auf unseren Schlaf aus?

Gastbeitrag

Die Entwicklungszeit für neue Technologien wird immer schneller. Smartphone, Fernseher, Laptop und vieles mehr lassen uns nur schwer zur Ruhe kommen. Noch vor 20 Jahren (1996) hatte jeder zehnte Schweizer einen Mobilfunkvertrag. Mittlerweile ist die Zahl auf 1,35 Mobilfunkverträge pro Schweizer gestiegen. Das heisst, jeder Einwohner besitzt mindestens 1 Smartphone.

Vor allem in Führungsebenen ist es üblich, jederzeit erreichbar zu sein. Dabei spielen Uhrzeit und Wochentag keine Rolle. Sogar im Urlaub gibt es keine Entspannung, da auch hier das Smartphone und der Laptop jederzeit griffbereit sein müssen. Kurzfristig gedacht ist es eine tolle und effiziente Methode für Unternehmen, Geld zu sparen. Doch langfristig können Dauerbelastungen ohne Ruhephasen zu massiven Problemen der Gesundheit führen.

Warum ist ein guter Schlaf so wichtig?

Im Sport ist es längst üblich, dass nach jeder Anspannungsphase eine Ruhephase kommt. Sonst hat der Körper keine Zeit, sich an die neue Belastung zu gewöhnen und kann keine erhöhte Leistung bringen. In der Arbeitswelt gibt es jedoch lange Anspannungsphasen und minimale Ruhephasen. Dabei ist der Schlaf die wichtigste Zeit vom Tag. Im Schlaf werden die Muskeln zwar nicht leistungsfähiger, allerdings kommt es zu der Produktion von wichtigen Hormonen. Diese sorgen dafür, dass wir glücklicher, stressresistenter und gesünder sind:

  • Melatonin (Schlafhormon)
  • Serotonin (Glückshormon)
  • Interleukine (Immunsystem-Hormone)
  • Somatotropin (Wachstumshormon)

Ausserdem kommt es in der Schlafposition zu der Entlastung der Gelenke und Muskeln, welche im Alltag durch die Erdanziehung eine ständige Belastung haben. Wird der Schlaf nun durch einen Anruf unterbrochen, kommt es zu einer Unterbrechung der Hormonproduktion. Wir werden unglücklicher, leistungsschwächer und leichter krank.

Schlafentzug kann tödlich enden!

Ein Schlafentzug führt bereits nach 24 Stunden zu ersten Anzeichen. Die Konzentration und Leistung lässt stark nach. Autofahren sollte ab nun vermieden werden, da es die Reaktionszeit zu stark steigt. Nach 72 Stunden ist bereits mit Langzeitschäden zu rechnen. Ein Schlafentzug über 14 Tage führt zum Tod. Die Huffington Post hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die Auswirkungen von Schlafmangel und -entzug beschrieben werden. Einige der Auswirkungen sind:

  • Depression
  • Konzentrationsschwäche
  • Immunschwäche
  • Verstärktes Hungergefühl
  • Entwicklungsstörung (bei Kindern)
  • Schlechtes Aussehen
  • Risiko auf Diabetes
  • Kreislaufprobleme
  • Herzinfarkt
  • Verringerung der Spermienzahl

Einfache Tricks zum Beeinflussen vom Schlaf

Beim Schlaf ist es nicht nur wichtig, dass die negativen Einflüsse vermieden werden, sondern auch, dass positive Einflüsse gestärkt werden. Das führt zu einem tiefen und langem Schlaf, welcher sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. So kann der Schlaf gefördert werden: Das Schlafzimmer sollte immer ein Ort der Ruhe sein. Daher sollte jede Aufregung in diesem Raum vermieden werden. Darunter fallen Geräusche, Gerüche, Farben, Licht und vieles mehr. Das fängt bei der Einrichtung vom Schlafzimmer an. Eine sehr gängige und tolle Praxis ist die Lehre nach Feng Shui, welche den Körper mit der Umwelt in Einklang bringt. Ausserdem sollte vor dem Schlaf keine anstrengende Aufgabe mehr erledigt werden, da das Gehirn sonst nicht genügend Zeit zum Abschalten hat. Das führt zu Einschlafproblemen. Leichte körperliche Aktivitäten (z.B. Spazieren) wiederum fördern das Einschlafen. Hier gibt es noch 7 weitere Tipps zum Einschlafen.

Diese Dinge gehören nicht ins Schlafzimmer

Und nun zu den Dingen, welche nicht in das Schlafzimmer gehören. Einen direkten Einfluss auf das Einschlafen haben Bildschirme. Sie strahlen ein Blaulicht aus, welches vom menschlichen Auge als Tageslicht wahrgenommen wird. Das Gehirn glaubt nun, dass der Tag beginnt und der Körper wird aktiviert. Daher sollten mindestens eine halbe Stunde vor dem zu Bett gehen alle Bildschirme ausgeschalten sein. Wer nicht auf Bildschirme verzichten kann, sollte am Laptop die Software von f.Lux verwenden bzw. besitzen Smartphones mittlerweile einen Nachtmodus, welcher das Blaulicht entfernt.

Auch das Smartphone sollte in der Nacht ausgeschalten bleiben. Denn ein Anruf oder eine Nachricht reicht völlig aus, um uns aus dem Schlafrhythmus zu reissen und einen tiefen Schlaf zu verhindern. Daher sollte das Smartphone nur zum Aufladen mit in das Schlafzimmer genommen werden. Und ehrlich gesagt, gibt es doch viel schönere Dinge vor dem Schlaf, als das Smartphone. Wie wäre es denn mit einem netten Gespräch mit dem Partner oder ein interessantes Buch? Das regt nicht nur die Fantasie an, sondern fördert auch den Schlaf!

Philipp Waczek beschäftigt sich seit über 5 Jahren mit der Optimierung seiner Lebensbereiche. Denn nur wenn alle Lebensbereiche im Einklang sind, kann man ein glückliches Leben führen. Unter anderem betreibt er den Blog http://boxspring-kiki.de/, in dem er Tipps, Routinen und Erfahrungen teilt. Denn jeder Fehler sollte nur einmal gemacht werden.

Quellen:

Here’s A Horrifying Picture Of What Sleep Loss Will Do To You (Huffington Post, 03.12.2015)
6+1 einfache Tipps zum Einschlafen (boxspring-kiki.de)
Bild: Fotolia

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