Spitalinfektionsraten – Wem nützt’s?

Kürzlich wurden Messergebnisse zu Spitalinfektionen im Jahr 2012 veröffentlicht.
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In der Schweiz gibt es einen nationalen Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Im Auftrag des Bundes erhebt er regelmässig Daten zu Behandlungen und prüft die Qualität. Kürzlich wurden auf der Website Messergebnisse zu Spitalinfektionen im Jahr 2012 veröffentlicht. Soweit so gut. Doch wie gehen nun Patienten mit diesen Informationen um? Müssen sie vor einem geplanten Eingriff diese Liste konsultieren?

Nehmen wir mal an ein Patient liest sich die Liste durch und weiss anschliessend, dass für seinen Eingriff im für ihn vorgesehen Spital eine hohe Infektionsrate vorkam. Jetzt ist er unsicher. Müsste er nun seinen Arzt darüber informieren und eine Alternative für den Eingriff prüfen? Oder darf der Patient davon ausgehen, dass das Spital aufgrund der Messergebnisse 2012 dafür gesorgt hat, dass die Infektionsrate heute geringer ist? Es stellen sich ihm Fragen über Fragen. Doch das ist längst nicht alles. Tauchen doch Spitalinfekte nicht nur im Zusammenhang mit einem konkreten Eingriff auf. Häufig gibt es auch Blutvergiftungen und Lungenentzündungen unabhängig von einer Operation. Diese werden in der Messreihe der ANQ jedoch nicht berücksichtigt. Entsprechend findet der Patient auf den Listen keine Informationen dazu.

Aus Patientensicht helfen die veröffentlichten Daten aus den genannten Gründen nichts. Schliesslich decken sie nur einen einzelnen Aspekt der Behandlungsqualität ab. Trotzdem sind die vorhandenen Daten nicht nutzlos. Dank der Veröffentlichung werden Spitäler und Kliniken versuchen, ihre Infektionsraten zukünftig noch besser in den Griff zu bekommen. Und diese Qualitätsverbesserung kommt allen Patienten zugute.

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