Siri, Shaila & Co. – Sind Bots ein „nice to have“ oder mehr?

Spricht man von Digitalisierung, kommt man nicht an ihnen vorbei: Bots. Letzte Woche fand das erste virtuelle Botscamp zu diesem Thema statt. In vielseitigen und freiwählbaren Sessions erfuhr man, wie Bots bereits heute in verschiedenen Märkten eingesetzt werden und welche zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten denkbar sind – auch im Gesundheitsbereich.

Der digitale Helfer

Ein Bot ist ein Computerprogramm, das weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeitet, ohne auf eine Interaktion mit einem menschlichen Benutzer angewiesen zu sein. Das Anwendungsgebiet der „digitalen Helfer“ reicht von einfachen Webseitenanalysen („web spidering“) bis hin zu automatisierten Chatunterhaltungen, zum Beispiel auf Online-Verkaufsportalen oder ähnlich. Einer der bekanntesten Chatbots ist Apples Siri, ein Programm mit Spracherkennung, das zu einfachen Konversationen mit dem Nutzer fähig ist.

Bots im Gesundheitswesen

Bots gewinnen auch für das Gesundheitswesen an Bedeutung. Automatisierte Prozesse reduzieren im Idealfall nicht nur die Gesundheitskosten, sondern bieten ihren Anwendern wie auch den Patienten einen echten Mehrwert. Bereits heute sind verschiedene Bots testweise im Einsatz – und das durchaus erfolgreich. Michael Yuan, Co-Founder von Ringful Health und Autor des bald erscheinenden Buchs „Chatbots: Building Intelligent Bots“, liefert in einem Blogbeitrag verschiedene Anwendungsbeispiele für Bots im Gesundheitsbereich, etwa Chatbots für den einfachen und schnellen Dialog mit Patienten. Ein solcher ist Florence, die virtuelle Bot-Krankenschwester, die Patienten über Bild- und Textnachrichten bei der Medikation hilft und einfache Fragen beantwortet.

Ein anderer Anwendungsfall ist der Twitter-Bot Shaila. Dieses Projekt wurde 2016 von smarthhealthlab gestartet mit dem Ziel, Gesundheitsexperten zusammenzuführen und den wertvollen Austausch zwischen diesen zu fördern. Bisher konnte Shaila 125 Health-Experten via Twitter ausfindig machen und zusammenbringen. Das Projekt stösst in der Gesundheitsbranche auf grosses Interesse, auch zeigt sich, dass Menschen sehr offen und positiv auf Shaila reagieren. Swisscom Health plant ab 2017 ebenfalls erste Projekte mit Bots.

Mehr als ein Spielzeug

Dass Bots mehr als ein „nice to have“ sind, zeigen auch Anwendungsfälle aus anderen Bereichen, etwa der Hotellerie (z.B. GuestBot) oder dem Retail Bereich, wo Kunden über das Gespräch mit einem Chatbot an die bestmöglichen Deals für sich gelangen können (z.B. Retail chatbot von ok.-). Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei das nächste Botscamp im März 2017 ans Herz gelegt, wenn sich Experten und interessierte Zuhörer rund um den Globus wieder online treffen und über die Gegenwart und Zukunft der digitalen Helfer reden.

Quellen und weiterführende Links:

„Healthy Bots: Two examples of early healthcare chatbot usage“ (klick.com, 20. April 2016)
Bot „Florence“
Smarthhealthlab / Twitter-Bot Shaila
Botscamp
GuestBot
Retail Chatbot

Bild: Fotolia

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *