Schrittzähler – vom verrückten Gadget zum Alltagsgegenstand

Dank Moves muss ich kein Armband mehr am Handgelenk tragen, das meine Schritte zählt. ©iStock.com/franckreporter

Vor genau einem Jahr habe ich von meinem Arbeitgeber in einer Pause ein Paket in die Hand gedrückt bekommen. Mein Chef sagte mir nur „viel Spass beim Schritte sammeln.“ Es handelte sich um einen Schrittzähler. Ich hatte noch nie zuvor einen Schrittzähler gesehen. Mit einer gewissen Skepsis habe ich den Activity Tracker ausgepackt und installiert. Das war der Anfang von einem verrückten Selbstexperiment, das bis heute – ein Jahr später – immer noch andauert.

Die ersten Wochen habe ich mich immer wieder gefragt, warum ich dieses Gerät überhaupt mittrage? Ich bin ja eigentlich zufrieden mit meinen Fitnesslevel. Da die anderen in meinem Büro dies aber taten, habe ich das Gerät fleissig weiter getragen und mir einmal pro Woche kurz die Statistik angeschaut. Nach einem Monat habe ich meinen ersten Schrittrekord erreicht und dafür ein Abzeichen für meine Leistung erhalten. Seit diesem Moment ist der tägliche Kontrollcheck am Abend kurz vor Feierabend „normal“ geworden. Bin ich um kurz vor 18.00 Uhr noch unter 5‘000 Schritten entscheide ich mich oft, ein paar Haltestellen zu laufen, damit ich mich wenigstens ein bisschen mehr bewegt habe. Auch der Griff in die Hosentasche kurz vor dem Zubettgehen ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Einige Male habe ich den Schrittzähler zu Hause vergessen. Dies hat mich sehr geärgert, da die Schritte in meinen Statistiken verloren gegangen sind.

Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen kleinen Schrittzähler regelmässig über ein ganzes Jahr auf mir tragen würde – ähnlich wie Schmuck oder eine Uhr. Ich denke, es ist eine Kombination von Neugier, Selbstkontrolle und etwas gesellschaftlichem Druck, die mich jeden Tag aufs Neue motivieren, mein Messgerät bei mir zu tragen und damit täglich etwas Gutes für meine Gesundheit zu tun.

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