Prothese aus dem 3D-Drucker

3D-Drucker werden auch in der Medizin eingesetzt.
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3D-Drucker existieren seit den früher 80-er Jahren. Am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich behandelte man Patienten seit 1985 mit der sogenannten CEREC-Methode.  Die Patienten erhielten passgenaue Keramikfüllungen aus dem 3D-Drucker. Trotzdem erlebt der 3D-Drucker erst in den letzten Jahren einen regelrechten Boom, wird er doch mittlerweile auch von Privatpersonen eingesetzt. Die zugrundeliegende Technologie bleibt dieselbe. Anhand eines digitalen 3D-Models erstellt der Drucker ein reales, physisches Objekt. Beispielsweise eine Teetasse oder eben eine Zahnfüllung. In Zukunft wird es gar möglich sein eigene Schuhe zu designen und diese mit dem 3D-Drucker auszudrucken.

Auch in der Medizin finden 3D-Drucker ihren Einsatz. Ganze Körperteile eines Menschen werden mit Hilfe des Gerätes hergestellt. So spielte der 3D-Druck bei einer Operation am Schädel eine grosse Rolle. Ärzte des University Medical Centers in Utrecht (NL) ersetzten den Schädel eines Patienten durch einen 3D-Kunststoffschädel. Die Operation verlief erfolgreich, der Patient kehrte drei Monate später wieder ins Arbeitsleben zurück.

Auch für die Erstellung von Prothesen wird der 3D-Druck genutzt. Dies in erster Linie um Kosten zu sparen. Denn Prothesen sind sehr teuer. Der Marktpreis einer herkömmlichen Handprothese liegt bei circa 40‘000 US-Dollar. Mittels 3D-Druck hergestellt, bietet die Firma YouBionic eine High-Tech-Handprothese für unter 1000 US-Dollar an. Die Firma E-Nable sogar bereits ab 50 US-Dollar pro Stück. Während jene von YouBionic mit einem industriellen 3D-Drucker hergestellt werden, sind die Handprothesen von E-Nable mit einem handelsüblichen 3D-Drucker ausdruckbar. Natürlich sind die beiden Prothesen in Qualität und Funktionalität nicht vergleichbar. So verfügen die Prothesen von E-Nable über keine elektronische Ausstattung, jene von YouBionic schon. Mittels Gehirn-Signalen werden die Roboterbewegungen der YouBionic-Hand gesteuert. Dem Preis entsprechend richten sich die Firmen auf unterschiedliche Zielmärkte aus. So sind die Billig-Prothesen vor allem für den Einsatz in Entwicklungsländern gedacht.

Auch Organe können mittlerweile mit Hilfe des 3D-Druckers hergestellt werden. Die Fortschritte in der Medizin sind schnell und bald werden sicherlich noch viel verrücktere Anwendungsgebiete folgen.

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