Per Brieftaube in die Zukunft – Wie steht es um eHealth in unserem Nachbarsland?

Das Schweizer Gesundheitswesen ist auf eHealth-Kurs. Was macht eigentlich unser Nachbar Deutschland?

Gemäss deutschem Ärzteblatt ergab eine Umfrage des Hartmannbundes und des Branchenverbands Bitkom, dass das Gesundheitswesen in Deutschland nur schleppend auf digitale Kommunikationswege umstellt. Während andere Wirtschaftszweige in Lichtgeschwindigkeit voranschreiten, klammert sich der Gesundheitsbereich an Fax und Co. fest. Oftmals stünden Sicherheitsängste im Vordergrund. Aber: „Bei der Kommunikation mit dem Fax hinterfragt keiner die Sicherheit. Da sind wir im Vergleich zur Debatte um die Sicherheit von E-Mail-Kommunikation etwas schizophren“, sagt Klaus Reinhard, Vorsitzender des Hartmannbundes gegenüber dem Ärzteblatt.

Kaum Bereitschaft zur Förderung von digitalen Kommunikationswegen

Nicht nur Ärzte, sondern auch andere Berufsgruppen im deutschen Gesundheitswesen zeigen wenig Bereitschaft, die digitale Kommunikation zu fördern. Des Weiteren kommen Kommunikationsformen wie elektronische Patientenakten, digitale Sprechstunden oder Online-Terminvereinbarung bei nicht einmal 20 Prozent der befragten Leistungserbringer zum Einsatz. Auch die telemedizinische Überwachung von Patienten wird nur von zehn Prozent der Klinikärzte und drei Prozent der Niedergelassenen angewendet. Den Medikationsplan verfassen dahingegen 43 Prozent digital.

Grosse Hoffnung in die digitale Zukunft

Es mag widersprüchlich klingen, dass zwei Drittel der befragten Ärzte dennoch grosse Hoffnung in die Digitalisierung setzen – etwa wenn es um Zeitersparnis oder verbesserte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten geht. Des Weiteren erwarten 65 Prozent, dass die Zusammenarbeit unter Facharztgruppen durch die Einführung der elektronischen Patientenakte verbessert wird. Auch Roboter-OPs oder 3D-Druckverfahren für Prothesen und Implantate stehen die Befragten positiv gegenüber.

„Es gibt in der Ärzteschaft eine grosse Offenheit gegenüber digitalen Technologien, man spürt eine regelrechte Aufbruchsstimmung“, fasst Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder gegenüber dem Ärzteblatt zusammen. Dass die Digitalisierung trotzdem nicht so richtig vorankommt, begründen 67 Prozent der Befragten mit der Sorge um den Schutz der Patientendaten sowie der Fehleranfälligkeit von Medizintechnik. Ebenfalls kritisiert werden die fehlenden finanziellen Mittel zur Umsetzung von digitalen Anwendungen, wobei rund 47 Prozent bezweifeln, dass die bereits verfügbaren Anwendungen überhaupt schon praxisreif sind.

Wie Digitalisierung in der Schweiz geht, lernen Leistungserbringer in den kostenlosen eHealth-Webinaren von Swisscom Health. Hier geht es zur Übersicht und allen Terminen.

Quellen:
„Gesundheitswesen kommuniziert weiter per Brief und Fax“ (Ärzteblatt, 08.06.2017)
„Gesundheit 4.0 – Wie Ärzte die digitale Zukunft sehen“ (Bitkom, 08.06.2017, PDF)
Bild: Fotolia

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