Patientenverfügung: Geschieht mein Wille wirklich?

Auf dem Organspendeausweis halten Sie fest, ob Sie im Falle Ihres Todes Organe spenden wollen oder nicht.

Bestimmt gibt es Angenehmeres im Leben, als sich mit Krankheit und Tod zu beschäftigen. Ich habe mich nun aber entschlossen, es zu tun. Ich möchte wichtige Vorkehrungen treffen, bevor es zu spät ist, und es zu unnötigen schwierigen Situationen kommt.

Ein Beispiel: Ich liege nach einem schweren Unfall im Koma, ohne eine Chance je wieder zu erwachen. Soll ich am Leben erhalten werden oder nicht? Für solche Fragen habe ich eine Patientenverfügung erstellt. Darin steht, welche medizinischen Massnahmen ich wünsche, wenn ich mich selbst nicht mehr äussern kann. Ohne Patientenverfügung müssen Ärzte und meine Angehörigen in meinem Sinne entscheiden. Aber kennen sie diesen wirklich? Ich wiederum will sicher sein, dass ich bis zum Schluss wie ein menschliches Wesen behandelt und nicht zum Versuchskaninchen für lebensverlängernde Methoden werde.

In einem Portemonnaie sollte auch ein Organspendeausweis stecken. Darauf steht, ob meine Organe nach meinem Tod anderen Menschen gespendet werden dürfen bzw. welche und welche nicht.

Trotzdem, ein Unbehagen bleibt. Wird mein Wille wirklich umgesetzt werden? Denn alle Dokumente sind heute noch auf Papier. Findet man meinen Spenderausweis, wenn er gebraucht wird? Haben meine Angehörigen die aktuellste Version meiner Patientenverfügung zur Hand? Man kann seine Ansichten zwischenzeitlich ja auch geändert haben. Deshalb wünsche ich mir eine Online-Verfügung. Sie wäre immer auf dem neusten Stand und sofort greifbar. Alle Dokumente wären digital und zentral hinterlegt – für mich und meine Angehörigen würde dies eine grosse Erleichterung bedeuten.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *