MyTherapy: Eine App erleichtert den Umgang mit Medikamenten

Viele Frauen kennen es: Ohne Erinnerung an die Antibabypille geht diese schnell einmal vergessen. Dieses Beispiel führt vor Augen, wie anspruchsvoll der Alltag erst wird, wenn man auf die Einnahme von mehreren Medikamenten gleichzeitig angewiesen ist.

Die wissenschaftlich geprüfte App MyTherapy soll diesen Alltrag erleichtern. Sebastian Gaede, Gründer und Geschäftsführer von MyTherapy und der smartpatient GmbH, gibt uns spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte, den Sinn und die Zielgruppe der Gesundheits-App.

Herr Gaede, was ist MyTherapy?

MyTherapy ist eine der führenden Gesundheits-Apps in Europa. Sie erinnert Nutzer an ihre Medikamente, Messungen und gibt ihnen einen schnellen Überblick über ihre Werte. Die App ist sozusagen Pillen-Wecker und Gesundheitstagebuch in einem und motiviert Nutzer, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen.

Für wen ist die App?

MyTherapy eignet sich für jeden Menschen, der regelmässig Medikamente nimmt. MyTherapy eignet sich gleichermassen für Frauen, die sich täglich an die Pille erinnern lassen, wie für Menschen, die mehrere Medikamente am Tag nehmen. Gerade für unsere Nutzer mit einer oder mehreren chronischen Krankheiten ist es praktisch, mit MyTherapy auch Messungen wie Blutzucker oder das Gewicht lückenlos durchzuführen und zu dokumentieren. Doch auch für den Arzt ist MyTherapy nützlich: Bringt der Nutzer die Übersicht über seine Medikamente und Werte zum nächsten Termin, kann auch der Arzt den Fortschritt seines Patienten schneller erfassen und mit ihm zusammen die nächsten Schritte besprechen.

Was unterscheidet MyTherapy von anderen Gesundheits-Apps?

Die meisten Gesundheits-Apps auf dem Markt fokussieren sich auf ein bestimmtes Krankheitsbild. Es gibt zum Beispiel mehrere Apps speziell für Typ-I Diabetiker. Das ist natürlich auch sinnvoll. Allerdings ist allein in der Schweiz jeder Fünfte über 50 Jahre von mehr als einer chronischen Erkrankung betroffen. Daher haben wir MyTherapy so entwickelt, dass die App für alle Patienten funktioniert und sie dabei unterstützt, den Alltag auch mit mehreren Erkrankungen zu erleichtern. Dabei legen wir grossen Wert darauf, dass MyTherapy einen Unterschied macht: Gemeinsam mit Forschungspartnern wie zum Beispiel dem Klinikum der Universität München (LMU) und der Charité Berlin führen wir regelmässig Studien durch. Dabei konnten wir bereits mehrfach einen positiven Effekt auf die sogenannte Adhärenz beziehungsweise Medikamententreue zeigen: Mit MyTherapy nehmen Patienten ihre Medikamente regelmässiger ein und fühlen sich insgesamt besser.

Was hat Sie zur Entwicklung der App bewogen?

Wie viele andere auch haben wir Menschen in unserem Umfeld, die auf Medikamente angewiesen sind. Und obwohl sie immer sagen, dass sie ihre Medikamente regelmässig nehmen, bleiben am Ende des Monats trotzdem noch Tabletten übrig. Je nach Medikament kann ein einmaliges Vergessen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Wir haben uns dann genauer mit dem Thema Medikamenten-Adhärenz beschäftigt und konnten es kaum glauben: Laut einer Studie der WHO nehmen Patienten 50% der verschriebenen Medikamente gar nicht ein. Das führt dazu, dass allein in Europa jährlich 200.000 Menschen zu früh sterben. Für uns ist MyTherapy eine Chance, etwas zu bewegen und Millionen von Menschen zu helfen.

Datenschutz ist ein heikles Thema, gerade im Gesundheitsbereich. Wie wird er bei MyTherapy gewährleistet?

Jede vertrauenswürdige App sollte das Thema Datenschutz ernstnehmen. Auch bei MyTherapy wird das Thema grossgeschrieben: Die App ist ohne Registrierung nutzbar und es werden keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergegeben.

Was kostet MyTherapy? Ist die App auch in der Schweiz verfügbar?

Wir möchten MyTherapy allen Menschen zur Verfügung stellen. Deshalb ist die App weltweit kostenlos im App Store und bei Google Play erhältlich – natürlich auch in der Schweiz. Und das in mehreren Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch.

Sebastian Gaede (Bild zvg)

Sebastian Gaede ist Gründer und Geschäftsführer von MyTherapy und der smartpatient gmbh – dem Unternehmen hinter der App. Er gründete das Unternehmen im Jahr 2012 gemeinsam mit Philipp Legge und Julian Weddige. Partner aus Wissenschaft und Industrie setzen bei der digitalen Förderung des Therapieerfolgs auf das Münchner Unternehmen. smartpatient wurde sowohl für MyTherapy als auch für begleitende Forschungsarbeit mehrfach ausgezeichnet und ging unter anderem als Gewinner des Technologiepreises des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hervor.

Mehr Informationen unter www.mytherapyapp.com
Quelle Titelbild: Fotolia

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