Mediennutzung: Steigern Smartphone & Co. unser Wohlbefinden?

„Sitz nicht zu lange vor dem Fernseher; leg dein Handy weg; schalt endlich dieses Videogame aus.“ – Von Kindesbeinen an wird uns eingebläut, dass Zeit am Bildschirm schädlich ist. Dabei kann sich ein moderater Umgang positiv auf unser Wohlbefinden auswirken. Das behauptet zumindest eine neue Studie aus Grossbritannien, die bei Jugendlichen durchgeführt wurde.

99,9% nutzen täglich digitale Medien

Für die meisten Teenager gehören digitale Bildschirme heutzutage zum Alltag. Was Eltern und Erziehern ein Dorn im Auge ist, ist vielleicht aber gar nicht so schlimm: Forscher aus Grossbritannien behaupten, dass sich eine moderate Nutzung von Smartphone und Co. positiv auf das Wohlbefinden der Jugendlichen auswirken könne.

Die Ergebnisse basieren auf den Daten von 120’115 Jugendlichen im Alter von 15 Jahren. Sie stammen aus der nationalen Schülerdatenbank des britischen Bildungsministeriums und gründen allesamt auf Eigenangaben der Teenager. Ergänzend erfragten die Forscher die durchschnittliche Rezeptionszeit für Fernseher, Computer und Internet. Es stellte sich heraus, dass 99,9% der befragten Jugendlichen täglich mindestens einmal Inhalte über einen digitalen Bildschirm konsumieren, hauptsächlich über das Smartphone.

Positive Korrelation zwischen moderater Nutzung und Wohlbefinden

Die Autoren der Studie stellen fest, dass das Wohlbefinden der Jugendlichen steigt, umso mehr Zeit sie vor einem digitalen Bildschirm verbringen, und dass dieser Effekt erst nach dem Überschreiten einer gewissen Zeitspanne ins Gegenteil umschlägt. Dieser Zeitpunkt wiederum ist von der Art des Bildschirms abhängig. An Werktagen erreichen Jugendliche ihren Wohlfühlhöhepunkt beim Gamen nach vierzig Minuten, am Smartphone nach knapp zwei Stunden, beim Filmschauen nach drei Stunden und beim Computer gar erst nach vier Stunden und 17 Minuten. An Wochenenden ist diese Zeitspanne länger. Das Überschreiten der Wohlfühlzeit ist laut Forscher aber unbedenklich, da der negative Effekt nur schwach sei – beispielsweise dreimal schwächer als die positive Wirkung von regelmässigem Schlaf.

Es versteht sich jedoch von selbst, dass von einer anderen Wirkung auszugehen ist, sollte sich eine zunehmende Abhängigkeit vom Medium abzeichnen. Informationen, Beratung und Hilfe gibt es diesbezüglich auf Jugend und Medien, der nationalen Plattform zur Förderung von Medienkompetenzen.

Quellen:

„Teens Unlikely to Be Harmed by Moderate Digital Screen Use“ (Psychological Science Press Release, 13.01.2017)
Jugend und Medien – Plattform zur Förderung von Medienkompetenzen

Bild: Fotolia

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