Kritischer Tenor zur Idee eines Nationalen Qualitätszentrums für Gesundheit

Qualitätszentrum

Bis zum 5. September lief die Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf des Bundesrates zum geplanten Qualitätszentrum im Gesundheitswesen. Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW als Betreiberin des Swiss Medical Board begrüsst die Einrichtung eines Qualitätszentrums. Auch der Berufsverband der Haus- und Kinderärzte steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Beide Organisationen wollen das Qualitätszentrum auf bestehenden Strukturen wie die Stiftung für Patientensicherheit aufbauen.

Der Verband Hausärzte Schweiz wünscht sich eine Vernetzung erfahrener Akteure sowie der Fach- und Berufsverbände. Der Verband möchte vor allem die Qualitäts- und Kostendebatten getrennt voneinander führen. Dies ermöglicht eine transparente Qualitätsarbeit. Dabei orientiert sie sich an den Bedürfnissen der Patienten und wird nicht für Sparmassnahmen missbraucht.

Prominente Kritik

Bei den Kritikern überwiegen die Bedenken, dass das Gesundheitswesen noch mehr reguliert wird, ohne dass Kosten gespart werden. So bezeichnet die FMH die Idee in ihrer Stellungnahme als nicht zielführend. Auch die economiesuisse steht der Schaffung eines Qualitätszentrums kritisch gegenüber. So empfindet sie die unnötige Schaffung neuer Strukturen als überflüssig. Möglicherweise bieten aber neue Strukturen, wenn sie den Zweck besser erfüllen als die alten, die Möglichkeit diese zu ersetzen.

Aus Sicht der digitalen Gesundheit ist die Idee des Qualitätszentrums sehr interessant, insofern damit eine evidenz-basierte Medizin gefördert wird. Die verfügbaren digitalen Daten können eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für diese liefern. Oberstes Ziel muss eine möglichst hohe Sicherheit bei der Behandlung der Patienten sein. Für einmal wäre Transparenz von Gesundheitsdaten von Nutzen. Trotzdem wird die Privatsphäre keinesfalls bedroht, deren Schutz durch die Anonymisierung der Daten gegeben sein muss. Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass es aus meiner Sicht selbstverständlich sein muss, dass der Bürger – oder nennen wir ihn Patient oder Steuerzahler – ebenfalls Einblick in diese Daten hat. Oder ist Transparenz nur etwas für Fachpersonen?

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