Krebs-Diagnose mit Atemluft

Nanokleine Biomarker in der Atemluft lassen auf Krebs, Tuberkulose oder Asthma schliessen / ©iStock.com/Eraxion

„Bitte einmal kräftig hier rein blassen!“ Diese Aufforderung hören heute vor allem Autolenker in Verkehrskontrollen. In naher Zukunft werden mit denselben Worten Ärzte die Diagnose von Krankheiten wie Krebs, Tuberkulose oder Asthma starten. Das US-amerikanische Unternehmen Owlstone Nanotech will in zwei Jahren ein tragbares Analysegerät in der Grösse eines Smartphones auf den Markt bringen. Dieses Gerät kann nanokleine Biomarker – das sind von erkrankten Zellen produzierte chemische Substanzen – für eine ganze Reihe von Krankheiten in Atemluft, Stuhl und Urin aufspüren.

Damit plant Owlstone nicht weniger als eine kleine medizinische Revolution. Um Krankheiten wie Lungen-, Brust- oder Darmkrebs aufzuspüren, braucht es heute teure und aufwendige Untersuchungen mit Röntgen, Computertomografie oder gar unangenehmen Spiegelungen und Gewebsentnahmen. Nach stundenlangen Untersuchungen müssen die Patienten dann tagelang auf ein Ergebnis warten und bangen. Mit der neuen Methode steht das Ergebnis innert Minuten fest: Einmal kräftig ausatmen und kurze Zeit später gibt das Diagnosegerät grünes oder rotes Licht.

Europa forscht mit dem Projekt NaNose in dieselbe Richtung. Technisch scheint aber Owlstone die Nase vorn zu haben. Sein Know-how erwarb das Unternehmen in der Entwicklung militärischer Sicherheitstechnik für den Krieg mit biologischen und chemischen Waffen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Technik auf eine handliche Grösse zu schrumpfen. Derzeit hat das „tragbare“ Gerät die Abmessungen eines kleinen Koffers und ein Gewicht von knapp 8 Kilogramm.

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