Kinderwunsch – Mit der richtigen App zum Wunschkind

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«Kind, ja oder nein?» Diese Entscheidung verschieben immer mehr Frauen auf später. Aber später kann es zu spät für sie sein. Mit jedem Jahr steigen die Risiken für Erbkrankheiten beim Nachwuchs oder Komplikationen in der Schwangerschaft. Ältere Eizellen und Gebärmütter neigen dazu, sich der späten Reproduktion durch Streik zu entziehen. Wenn frau nicht auf natürlichem Wege schwanger wird, kann es die moderne Reproduktionsmedizin richten. Kein Problem mit einem gut gefüllten Portemonnaie. Paaren, denen das nötige Kleingeld fehlt, hilft die amerikanische App Glow.

Glow ist mehr als ein cleveres Verhütungs- oder Empfängnis-Tool. Die Smartphone-App betreibt gleichzeitig ein spezielles Crowdfunding für Paare, die reproduktionsmedizinische Massnahmen benötigen. Das funktioniert so: Frau lädt die Glow-App für iOS oder Android auf ihr Smartphone und schliesst damit ein Abo für 10 Monate ab. 10 Monate lang zahlt sie 50 Dollar in einen Fund ein. Sobald sie schwanger wird, erlischt das Abo. Kommt es innerhalb der 10 Monate trotz genügend Gelegenheit nicht zu einer Schwangerschaft, erhält das Paar finanzielle Unterstützung für medizinische Hilfe aus dem Fund. Dafür muss aber diszipliniert die persönlichen Daten eingegeben werden. Glow ist ziemlich neugierig: Gefragt wird täglich nach der Körpertemperatur am Morgen und dem Menstruationszyklus, aber auch ob die künftigen Eltern Sex hatten und ob die Frau dabei einen Orgasmus erlebte.

Das Schweizer Startup Natural Cycles bietet eine ähnliche App, aber ohne Crowdfunding. Auch Natural Cycles verlässt sich auf die altbewährte Temperatur-Methode: mit einem Thermometer wird morgens die Temperatur 30 Sekunden lang gemessen und der Wert in die App eingegeben – die Signale stehen dann entweder auf rot oder grün. Künftig braucht frau nicht einmal mehr selber messen, ein Wireless-Thermometer soll dann die Daten direkt auf die App senden.

Die Themen Kinderwunsch und Verhütung inspirieren Technologie-Startups weltweit zu innovativen Ideen. Smartphone-Apps und andere digitale Anwendungen greifen mit intelligenter Software in den gesamten Empfängnis- und Geburts-Prozess ein. Und solche Apps sind erst noch günstig, sie kosten zirka 5 bis 10 Franken. Dem Geschäft mit Apps rund um die Familienplanung steht also nichts Weg. Ausser vielleicht misstrauische Kundinnen, die nicht wegen einer funktionsuntüchtigen App schwanger werden möchten.

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