Gesundheits-Apps: Gibt es bald EU-Standards für Qualität und Sicherheit?

Für Gesundheits-Apps sollen im europäischen Raum bald einheitliche Qualitäts- und Datenschutzstandards gelten. Die EU erarbeitet zurzeit einen entsprechenden Katalog für Entwickler: „Auf europäischer Ebene steht eine Selbstverpflichtung der Hersteller von Gesundheits-Apps zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen (‚Code of Conduct‘) kurz vor dem Abschluss, die App-Entwicklern Unterstützung bei der Anwendung der geltenden Bestimmungen bieten wird“, zitiert das Handelsblatt das deutsche Bundesgesundheitsministerium, das damit auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion reagiert.

Längst fällige Regulierung?

Der angestrebte Katalog für Datenschutz- und Qualitätsstandards ist einigen Politikern zu wenig. Gemäss Handelsblatt warf die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast der Bundesregierung vor, über keine Strategie bezüglich des Markts für digitale Gesundheitsleistungen zu verfügen. Ihrer Meinung nach müssten Gesundheits-Apps hinsichtlich Transparenz, Sicherheit und Qualität viel stärker in die Pflicht genommen werden. Eine freiwillige Selbstverpflichtung erachte sie daher als inakzeptabel, zumal solche Apps bereits seit längerem massenhaft eingesetzt würden. Datenschützer ergänzen, das bei der Einholung von Nutzereinwilligungen oft mangelhafte Transparenz vorläge. Des Weiteren sei die Nutzung von Daten, die im Ausland gespeichert werden, nicht dem deutschen Datenschutzrecht unterworfen. Hier brauche es eine stärkere Regulierung.

Definition von Qualitätskriterien bis 2017

In Europa werden Fitness-Apps in erster Linie zur Steigerung der Kondition sowie als Motivation zur Leistungsverbesserung angewendet. Neben der Erarbeitung einer europaweiten Selbstverpflichtung von Herstellern für die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen sollen bis 2017 zusätzlich Qualitätskriterien für die Bewertung von Gesundheits-Apps definiert werden. Diese sollen Experten und Nutzern helfen, die Eignung von Apps für den medizinischen Einsatz zu bewerten. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Richtlinien hinsichtlich der Transparenz, Sicherheit und Qualität von Gesundheits-Apps längst fällig sind. Mit der geplanten Selbstverpflichtung und den Qualitätskriterien zur Bewertung von Apps hinsichtlich ihrem medizinischen Mehrwert befindet man sich allerdings auf einem guten Weg.

Quelle: „EU nimmt Gesundheits-Apps ins Visier“ (Handelsblatt, 10.11.2016)
Bild: Fotolia

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