Frühwarnsystem – Können Fitnesstracker Krankheiten voraussagen?

Ein amerikanischer Forscher zeichnete zwei Jahre lang verschiedene Körperwerte mit handelsüblichen Fitnesstrackern auf. Sein Ziel: Herausfinden, wie viel diese Geräte über Krankheiten verraten.

Noch überwachen wir unsere Autos mit mehr Sensoren als unsere Körper – Das werde sich bald ändern, lässt Forscher Michael Snyder gemäss spiegel.de verlauten. Er wollte herausfinden, ob Fitnesstracker auch als Frühwarnsystem für Krankheiten taugen – und mass zwei Jahre lang mit Wearables seine Herzfrequenz, Hauttemperatur und Schritte. 42 weitere Personen folgten seinem Beispiel, hielten im Durchschnitt aber nur fünf Monate durch. Snyder ist trotzdem überzeugt: Die lückenlose Messung ermöglicht die Vorhersage von Erkältungen oder Krankheiten wie Borreliose.

Frühwarnung dank lückenloser Messung

Das Experiment zeigt vor allem den Vorteil von Fitnesstrackern gegenüber ein- bis zweimal jährlich anfallenden Arztbesuchen: Persönliche Werte werden kontinuierlich erfasst. Das macht persönliche Ausreisser sichtbar. Snyder und sein Team entwickelten ein Programm zur Errechnung der persönlichen Durchschnittswerte, die als Ausgangslage für weitere Analysen dienten.

Die Herzfrequenz erwies sich als aussagekräftigster Wert: Sie erhöhte sich sichtbar, wenn Snyder oder eine seiner Testpersonen krank wurden und beispielsweise an einer Erkältung oder Verstopfung litten oder sich wie im Falle von Snyder mit Borreliose ansteckten. Die Herzfrequenzwerte veränderten sich hierbei in einem sehr frühen Krankheitsstadium. Somit hätten die Werte – etwa im Borreliose-Fall – möglicherweise auch als Frühwarnsystem dienen können.

Der Anfang einer medizinischen Revolution?

Snyder und sein Team untersuchten auch die Insulinresistenz, einem Vorboten von Diabetes Typ 2: „Menschen mit verschiedenen Graden an Insulinresistenz weisen wichtige körperliche Unterschiede auf, die sich mit einem Wearable messen lassen“, so die Forscher. Synder und sein Team sind zuversichtlich, dass uns personalisierte Biosensoren irgendwann dabei unterstützen, ein gesundes Leben zu leben.

Da es sich aktuell erst um erste kleine Studien handelt, bleibt abzuwarten, ob sich Fitnesstracker wirklich als Frühwarnsystem für verschiedene Krankheitsbilder bewähren und durchsetzen werden. Gerade bei Menschen, die zu Hypochondrie neigen, könnte ein solcher Einsatz von Gadgets und Apps möglicherweise auch mehr negative Folgen und Zwänge nach sich ziehen, als dass sie wirklich von Nutzen sind.

Quellen:

„Wearable sensors can tell when you are getting sick“ (Stanford Medecine – News Center, 12.01.2017)
„Du bist doch krank“ (spiegel.de, 19.01.2017)
Bild: Fotolia

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