Frei zugängliche Gentests für alle

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Es tönt verlockend: Man schickt eine Speichelprobe ein und kann sein erblich bedingtes Krankheitsrisiko ermitteln. Zahlreiche Firmen im Ausland bieten einen solchen Service übers Internet an. Doch so einfach ist es in der Realität nicht. Frei zugängliche Gentests für den Eigengebrauch werfen einige Fragen auf:

 

Welche Aussagekraft haben Gentests?

Die Antwort steht nicht alleine in den Genen: Ob jemand an Krebs, Alzheimer, Diabetes usw. erkranken wird, können die Gene alleine nicht sagen. Auch ein Gentest nicht. Denn die meisten Krankheiten entstehen im Zusammenspiel zwischen erblicher Anfälligkeit und Umweltfaktoren. Dazu gehört auch der persönliche Lebensstil. Gentests geben also nur einen Hinweis auf eine mögliche Erkrankung.

 

Wie verlässlich sind die Resultate?

In der Schweiz sind Gentests zu medizinischen Zwecken nur über den Arzt bei einem bewilligten Labor erlaubt. Die Anbieter von Internet-Tests stammen also aus dem Ausland. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) überprüft sie nicht. Ob man einen seriösen Anbieter erwischt, ist daher auch Glückssache.

 

Was bedeuten die Resultate?

Wie interpretiere ich die Resultate richtig? Ohne Fachberatung kann mich das Resultat eines Gentests unnötig verängstigen oder in falscher Sicherheit wiegen.

 

Will ich es wirklich wissen?

Da sind wir bereits beim letzten Punkt: Wie geht man mit dem Ergebnis eines Gentests um? Belastet es meine Lebensqualität, wenn ich weiss, dass ich ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs habe? Oder hilft es mir bei der Vorsorge? Gerade bei schweren oder unheilbaren Krankheiten sind die Konsequenzen gravierend. Fachleute wie der ETH-Professor Ernst Hafen meinen jedoch, dass dies jeder selbst entscheiden muss. Vorausgesetzt das Recht auf Wissen und Nicht-Wissen ist garantiert.

 

Frei zugängliche Gentests können auch eine Chance sein. Für unser Gesundheitswesen, für die Vorsorge, für die Forschung. Darüber werde ich in einem meiner nächsten Blogs schreiben.

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