eMedikation für alle

Dank der App my-medibox kann man bequem via Smartphone auf seine Medikamentenliste zugreifen. Auch der Beipackzettel ist direkt beim Medikament hinterlegt. © Henry Schmitt - Fotolia.com

Die App My-medibox.ch möchte eMedikation massentauglich machen. So zeigt sie sämtliche Medikamente an, die in einer my-medibox-Apotheke bezogen wurden. Auf Wunsch erinnert die App gar an die Einnahmezeit. Im jeweiligen Profil werden Personalien, Vitaldaten sowie weitere Informationen zum Gesundheitszustand hinterlegt. Ausserdem sind Programme zur Gewichts- und Blutdruckkontrolle in der App vorhanden. Zusätzlich können weitere Daten wie zum Beispiel jene vom Arzt oder Notfallnummern ergänzt werden. Rezepte können ganz einfach mit der integrierten Kamera erfasst und beim jeweiligen Medikament hinterlegt werden. Beipackzettel zum Medikament? Vergangenheit. Die Produktinformation ist direkt in der App beim Medikament hinterlegt.

Grundsätzlich klingt das alles super. So vergisst man nämlich nie mehr, wie das Medikament geheissen hat, welches der Arzt vor drei Jahren beispielsweise für einen allergischen Husten verschrieben hatte, das so gut geholfen hat. Ist man seiner Stammapotheke einmal untreu, hilft die Bezugsliste aller Medikamente und Rezepte an einem Ort. So kann der „fremde“ Apotheker schnell sehen, dass das Medikament regelmässig eingenommen wird oder – zumindest – schon einmal verschrieben worden ist. Er kann es also mit gutem Gewissen nochmals abgeben.

So ganz massentauglich ist die Lösung aber noch nicht. Denn leider gibt es bisher schweizweit nur neun (!) Apotheken, die mitmachen. Als wir gemeinsam mit einer Apotheke versucht haben, das System zu nutzen, hat es leider nicht geklappt. Die Medikamentenliste ist nie in der App erschienen. Wir hoffen, dass es sich dabei nur um Anlaufschwierigkeiten handelt und vor allem, dass bald noch mehr Apotheken mitmachen werden. Dann wird die App wirklich nützlich.

Was in der Schweiz noch in den Kinderschuhen steckt, ist im Ausland bereits gang und gäbe. In Dänemark zum Beispiel: Dort wird seit 2004 jedes abgegebene Medikament elektronisch archiviert und im Profil des Patienten erfasst. Es enthält Informationen über die Dosis, die Menge sowie Hinweise zum verschriebenen Medikament. Auch in Estland funktioniert dieses System bereits seit einigen Jahren. Es gibt ein sogenanntes Gesundheits-Informations-System bei dem sich der Patient registriert. Seit 2010 werden elektronische Rezepte darauf hinterlegt. So kann der Arzt die jeweilige Gesundheitsgeschichte des Patienten sehen und das entsprechende Medikament verschreiben. Apotheken können den Patienten identifizieren und das am besten geeignete Medikament wählen. Der Patient hat dank des Portals einen Überblick über seine Medikamente und Krankengeschichte. Ausserdem benötigt er so kein Rezept in Papierform mehr.

Es wird sich zeigen, wie sich die Schweiz im Bereich der eMedikation entwickeln wird. Profitieren von den Erfahrungen im Ausland kann sie auf jeden Fall.

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