Elektronisches Patientendossier: Was weiss das Spital über mich?

Elektronisches Patientendossier: Hochsensible Patientendaten -  nur ich selbst habe keinen Zugriff darauf.

Was steht eigentlich in meinem Patientendossier, das der Arzt oder das Spital über mich verfasst? Grundsätzlich hat der Patient jederzeit das Recht, in das eigene Dossier Einsicht zu nehmen oder eine Kopie davon zu erhalten. Das heisst, von allen schriftlichen Aufzeichnungen oder Unterlagen über Diagnose, Behandlung und Pflege. Ausgenommen sind handschriftliche Aufzeichnungen über subjektive Eindrücke des Arztes. Also dass er beispielsweise denkt, ich sei ein Simulant oder ein schwieriger Geselle, weil ich mich nicht an seine Ratschläge halte.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht dies doch komplizierter aus: Viele Patienten kennen ihre Rechte nicht, getrauen sich nicht nach Ihrem Patientendossier zu fragen oder haben ganz einfach Schwierigkeiten, an ihre Daten heranzukommen. Denn einerseits sind sie überall verstreut, beim Hausarzt, Spezialisten oder im Spital. Andererseits muss man den Arzt aktiv angehen und kann nur hoffen, dass er, beziehungsweise seine Praxisassistentin, die Anfrage innert nützlicher Frist ausführt und keine peinlichen Fragen stellt, wieso man denn die Unterlagen überhaupt wolle? Ausserdem fühlt man sich schlecht, weil man ja merkt, dass man viel zusätzlichen Aufwand und Kosten produziert! Wären die Patientendaten hingegen online verfügbar, könnte man diese automatisch einsehen und müsste niemanden damit bemühen.

Genau dies ist jetzt möglich. Das Evita-Pilotprojekt bietet zusammen mit der HNO-Abteilung des Luzerner Kantonsspitals einen solchen Gratisservice an. Patienten der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung können elektronisch auf ihre Spitaldokumente zurückgreifen. Natürlich sind die Patientendaten hochsensibel und besonders schützenswert. Evita bietet deshalb eine verschlüsselte Datenübertragung, -speicherung und Zugriffskotrolle mittels Zwei-Schritt-Authentifizierung des Benutzers. Jeder Zugriff auf das Patientendossier wird protokolliert. Die Daten werden in einem hochsicheren Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert.

Was steht nun in meinem Patientendossier? Zukünftig werde ich mir diese Frage gar nicht mehr stellen müssen, weil ich immer und überall Zugriff darauf haben werde. Ohne zusätzlichen Aufwand, ohne zusätzlichen Kosten. So praktisch wie E-Mail. Doch auch diese Technologie hat im Gesundheitswesen noch nicht Einzug gehalten, hier wird weiterhin munter gefaxt als würde das Internet gar nicht existieren!

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