Ein mobiles Mini-Labor für HIV-Tests

HIV-Tests, hier die herkömmliche Methode, können mit dem Test-labor im Miniformat in 15 Minuten gemacht werden.
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Forschende der University of Columbia haben ein Testlabor im Miniformat für HIV-Tests entwickelt. Alles, was das Mini-Labor braucht, ist ein Smartphone und ein Tropfen Blut. Rund 15 Minuten später weiss man, ob eine HIV-Infektion vorliegt oder nicht.

Das Smartphone übernimmt die Stromversorgung und die Datenanzeige. Dadurch werden die Kosten für eine HIV-Testinfrastruktur stark reduziert, denn das Gadget muss bloss die Basis-Funktionen enthalten: ein simples Flüssigkeits-Messsystem in Form eines Mikrofluidik-Chips, der in ein einfaches Plastik-Gehäuse eingebaut wird. Die Kosten belaufen sich auf lediglich 34 US-Dollar. Ein solches Gerät im Spital würde über 18‘000 US-Dollar kosten.

Das Device wurde für Afrika und andere Entwicklungsländer konzipiert, die oftmals keine ausreichende Stromversorgung haben und von hohen HIV-Infektionsraten betroffen sind. Eine erste Testreihe in Ruanda zeigte vielversprechende Ergebnisse, obwohl die Fehlerquote von 14 Prozent im Vergleich zu anderen HIV-Tests sehr hoch ist. Deshalb zögert auch die WHO derzeit noch, den Einsatz des Tests zu empfehlen. Falsche Testresultate und in der Folge davon Fehlbehandlungen sollten wo immer möglich vermieden werden.

Der Einsatz des Geräts ist vorgesehen für schwangere Frauen, um Übertragungen von HIV oder Syphilis auf das Kind zu vermeiden. Erhält die mit dem HI-Virus infizierte Mutter rechtzeitig ein einmalige Dosis eines HIV-Medikamentes, liegt das Übertragungsrisiko bei weniger als einem Prozent.

2 Kommentare “Ein mobiles Mini-Labor für HIV-Tests

  1. Das ist jetzt wirklich eine sinnvolle Entwicklung und ein gute Sache. Man sollte nur noch die Fehlerquote von 14% senken können. Sonst werden Medikamente an Schwangere abgegeben, die das gar nicht brauchen. Wäre das nicht kontraproduktiv?

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