Ein Gütesiegel für Gesundheits-Apps?

Apps, mit denen Patienten oder Ärzte Gesundheitsdaten bearbeiten können, müssen zukünftig auch in der Schweiz zertifiziert werden.
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Die britische Gesundheitsbehörde NHS plant grössere technologische Innovationen. Zum Beispiel will sie bis 2018 papierlos funktionieren. Die Umwelt des Königreichs wird’s danken, aber ein anderer Nebeneffekt dürfte in unserem Zusammenhang noch fast mehr interessieren: Patienten sollen so nämlich Zugriff zu ihren Gesundheitsdaten via Laptop oder Smartphone erhalten. Zum Beispiel kann dann der Impfplan für Babyimpfungen direkt in die Smartphone Agenda übernommen werden. Zudem gehen die Impfdaten, die bisher in Form eines roten Impfbüchleins gesammelt wurden, nicht mehr so einfach verloren.

Zweifellos sind diese Innovationen der NHS zukunftsweisend, es gibt aber auch Bedenken bezüglich der Datensicherheit und des Personenschutzes. Deshalb soll im Zuge dieser Digitalisierungsprozesse ein «Kitemark», ein so genanntes Gütesiegel für sichere Datenapplikationen wie Gesundheits-Apps, vergeben werden. Auch in der Schweiz ist eine Zertifizierung von Apps vorgesehen, die eine Bearbeitung von Gesundheitsdaten durch Patienten zulassen. So steht es im Gesetzesentwurf zum zum elektronischen Patientendossier. Das Gesetz wird voraussichtlich im Sommer 2015 vom Parlament verabschiedet werden.

Mitmachen müssen in diesem Prozess vor allem auch die Ärzte, welche bisher nur rund 4 Prozent der Daten online zugänglich gemacht haben. Einer der Vorbehalte sind Befürchtungen, dass die Daten in kommerzielle Hände geraten könnten. Ab 2015 geht es los mit der Digitalisierung der Daten, so dass bis 2018 alle Gesundheitsdaten in Grossbritannien online verfügbar sein sollen – vorausgesetzt, die Patienten geben ihre Einwilligung.

Wir schauen gespannt nach England und freuen uns auf den Sommer 2015 hier in der Schweiz.

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