Duell unter Freunden

Fitbit

„So an Schäiss“ meint meine Frau, als sie das Unboxing meines brandneuen Fitbits beobachtet. „Was ist denn das?: Ein Tamagotchi für Bewegungsfaule?“ und sie schiebt hintennach „Ist das jetzt dein Weihnachtsgeschenk?“ „Nein“ entgegne ich triumphierend: „Es ist eine Pistole!“ Früher hat man sich ja bekanntlich duelliert, heute macht man dies zivilisierter!

Soweit mein Selbstversuch. Ich möchte gerne an mir selber testen, ob ich dem aktuellen Hype zu Bewegungsgadgets mit Social Media Integration selber etwas abgewinnen kann. Die Ausgangslage ist klar: Im Büro haben bereits 4 Kolleginnen und Kollegen ein entsprechendes Teil und das „Duell“ kann losgehen. Einmal aufgeladen und korrekt registriert in der Community kann eigentlich nichts mehr schief gehen: Man steckt sich den Fitbit in den Hosensack und schon beginnt das Zählen: Basierend auf der Anzahl getätigten Schritte und einem integrierten Höhenmesser sowie eingegebener, Grösse und Gewicht werden weitere Werte gerechnet wie zurückgelegte Strecke und erklommene Stockwerke. Diese Werte werden dann automatisch per Bluetooth abgeglichen und in die Community hochgeladen, wo sie mit den Werten der Freunden verglichen werden. Am ersten Tag bin ich in der Rangliste weit zurück, da die Gesamtzahl der Schritte aus einer Woche gerechnet wird. Diesen Missstand gilt es natürlich zu beheben. Von jetzt lasse ich keine Gelegenheit mehr aus, um doch noch ein paar Schritte zu ergattern. Der Lift in den 6. Stock ist jetzt tabu und vom Stauffacher zum Hauptbahnhof ist man fast schneller zu Fuss als mit dem Tram. So richtiger Triumph kommt aber auf, wenn man der erste in der Rangliste ist und die Kollegen am Morgen schon mit einem faulen Spruch aus der Reserve locken kann wie: „Mädels und Jungs, jetzt müsst ihr euch ein bisschen anstrengen, sonst muss ich mir neue Fitbit Freunde suchen, die ein bisschen aktiver sind.“ Worauf die dann zurückgeben: „Gut gebrüllt Löwe, aber halte mal deine eigene Vorgabe durch….“ Fazit nach einigen Wochen Test: Es macht Spass, der Wettbewerbsgedanke lässt einen manche Strecke zu Fuss anstatt mit einem Fahrzeug zurücklegen. Man ist aktiver und verzichtet auf den Lift. Wichtig ist eine automatische und verständliche Integration in die Community, wo man sich mit seinen Peers direkt messen kann.

Was verbessert werden könnte? Man vergisst den Fitbit leicht im Hosensack, wenn man sich am Abend in die Pantoffeln stürzt. Ich würde ein Armband, dass man stetig trägt, vorziehen. Aber man kann es auch positiv sehen: An Tagen, an denen man besonders faul war, kann man dann immer noch als Ausrede sagen man habe eben den Fitbit vergessen mitzunehmen und die Rangliste sähe ganz anders aus, wenn man ihn dabei gehabt hätte….

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