Dr. Google fordert Hausärzte heraus

DialogArena_2015

Wer heute zu seinem Hausarzt oder seiner Hausärztin geht, bringt seine eigene Diagnose nicht selten schon mit. Rund 80 Prozent aller Patienten informieren sich vor oder nach dem Arztbesuch im Internet über Symptome und mögliche Interpretationen derselben. Dr. Google ist ihnen dabei behilflich – und immer häufiger auch soziale Netzwerke, in denen man sich mit Leidensgenossen austauscht.

Angst vor dem Sprung in die Digitalisierung?
Diese und andere Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen diskutierte Anfang November eine hochkarätige Runde anlässlich der Swisscom Dialog Arena in Luzern: Dr. med. Pascal Walliser, Chief Information & Innovation Officer der Genolier Swiss Medical Group, Volker Schmidt, Mitglied der Konzernleitung CSS Versicherungen, Dr. med. Urs Stoffel, Mitglied des Zentralvorstandes FMH, und Dr. med. Andy Fischer, CEO der Medgate AG, (im Bild von links). Die Experten waren sich einig, dass die Konkurrenz durch Dr. Google und der anstehende Schritt ins digitalisierte Gesundheitswesen bei vielen Hausärzten eine gewisse Verunsicherung auslöst. Sie zeigten sich aber optimistisch, dass jüngere Generationen von Medizinern ohne Berührungsängste mit elektronischen Patientendossiers und der digitalen Vernetzung unter den Leistungserbringern umgehen.

Mehr Effizienz, aber auch immer mehr Bedürfnisse
Die Einführung des elektronischen Gesundheitsdossiers und die Digitalisierung von Prozessen im Gesundheitswesen ermöglichen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe. Das zeigt eine Studie von Swisscom Health. Die Experten bestätigten in Luzern das wirtschaftliche Potenzial der Digitalisierung. Sie gaben aber auch zu bedenken, dass möglichen Effizienzsteigerungen eine Zunahme der Bedürfnisse entgegensteht. Die demografische Entwicklung und die laufende Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten würden die Kosten im Gesundheitswesen auch künftig steigen lassen.

Datenschutz ist relativ
Überraschendes war von den vier Spezialisten zum Thema Datenschutz zu hören. Ihre Erfahrungen aus dem Alltag in Arztpraxen, Kliniken und Versicherungen zeigen: Datenschutz ist für Patienten relativ. Will heissen: Generell wächst das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger selber über alle Gesundheitsdaten zu verfügen – und sie nicht nur beim Hausarzt oder verstreut über alle Leistungserbringer hinweg zu wissen. Und im konkreten Fall, so die Experten, gingen Patienten selber relativ unkompliziert mit ihren Daten um. Oder wie es Urs Stoffel auf den Punkt brachte: «Wenn es im Notfall ums Überleben geht, dann ist uns allen der Datenschutz doch ziemlich Wurst!»


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8 Kommentare “Dr. Google fordert Hausärzte heraus

  1. Ich finde es gut, dass sich Swisscom in diesem Bereich engagiert bevor Google alle unsere Daten besitzt… Ich hoffe die achten darauf, dass der Datenschutz aufrecht erhalten bleibt!

  2. Mein Bruder ist selber Hausarzt in Deutschland und eröffnet seine Praxis im Januar in Wädenswil. An wen kann er sich für ein Beratungsgespräch bei Swisscom wenden??

    1. Guten Tag Herr Besek
      Wir haben vergeblich vesucht, Sie über die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse zu konktaktiere. Bitte senden Sie uns doch Ihre Kontaktdaten erneut an info.health@swisscom.com.
      Gerne meldet sich unser Kundendienst dann bei Ihnen.
      Danke und viele Grüsse
      Roger Welti

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