Display-Licht raubt nicht nur Jugendlichen den Schlaf

Displaylicht bei Jugendlichen

Vor dem Zubettgehen noch kurz eine SMS schicken, auf dem E-Reader ein Buch lesen, noch rasch Facebook checken oder mit dem Laptop im Bett gemütlich einen Film gucken – das ist Alltag für viele von uns. Seit längerem wird jedoch vermutet, dass der Gebrauch von Handys, Tablets und Computern unserem natürlichen Schlafrhythmus schadet. Vielleicht haben Sie heute in einer grossen Schweizer Tageszeitung bereits den Artikel zum Thema gelesen. Die renommierte Zeitschrift The Economist hat diesen Frühling noch genauer auf die Wirkung von Display Licht bei Jugendlichen beleuchtet.

Unsere Schlaf- und Wachphasen werden von der sogenannten Zirbeldrüse im Gehirn reguliert. Sie produziert das Hormon Melatonin, welches den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen steuert. Die Produktion startet normalerweise nach Sonnenuntergang, erreicht in der Mitte der Nacht ihr Maximum und geht im Verlauf des Morgens wieder zurück. Das Startsignal für die Zirbeldrüse ist also das Fehlen von Licht – genauer gesagt, von blauem Licht. Genau dieses blaue Licht wird aber von den elektronischen Bildschirmen abgegeben, in welche wir spätabends noch schauen. Dementsprechend beginnt die Produktion des Schlafhormons verzögert und unser Schlafmuster verschiebt sich –  wir brauchen länger, um einzuschlafen, und schlafen weniger lange.

Neuste Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass speziell Jugendliche anfällig für solche Schlafstörungen sind. Sie haben ohnehin bereits unübliche Schlafmuster, da ihre Melatoninproduktion später beginnt und aufhört, als die der Erwachsenen. Verbringen sie dann noch viel Zeit vor dem Bildschirm, sind Schlafstörungen nicht erstaunlich. Studien bestätigen dies: Jugendliche, die vor dem Zubettgehen für einige Stunden eine Brille trugen, die blaues Licht blockiert, zeigten eine höhere Konzentration des Schlafhormons als solche, die eine Brille mit klaren Gläsern trugen. Andere Arbeiten zeigten, dass je länger Teenager in der Stunde vor dem Schlafengehen auf Displays schauten, desto später und schlechter schliefen sie. Sie reagieren ausserdem stärker auf blaues Licht als Erwachsene: Trugen sie eine lichtblockierende Brille beim Betrachten eines Bildschirms, war der Melatoninspiegel zwei Stunden danach 38 Prozent höher als wenn sie keine trugen – bei Erwachsenen betrug die Differenz nur 14 Prozent.

Für Jugendliche gilt es also, sich einige Stunden vor der Schlafenszeit vom geliebten Gadget zu trennen – oder erwachsen zu werden.

Es schadet nicht, wenn auch Erwachsene Ihre Handynutzung einmal hinterfragen. Die Zeit vor dem Einschlafen kann mit Sicherheit für etwas sinnvolleres genutzt werden als für den ewigen Blick aufs Handy.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Schlaf!

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