Digitalisierung zum Schlucken: Wie intelligente Pillen unsere Bäuche beleben

Intelligente Pillen bringen digitale Technik in unsere Körper und geben Wirkstoffe zielgenau und wohldosiert ab. Was wie der Plot eines Wachowski-Films klingt, könnte schon bald Realität sein: Forscherteams rund um den Globus arbeiten an Prototypen der digitalen Pille. Ziel der revolutionären Kapseln ist es, schwer behandelbare Krankheiten genauer und schonender zu therapieren.

Medikament und Elektronik

Die E-Pille der Zukunft setzt sich sowohl aus elektronischer Technik als auch Medikamentenwirkstoffen zusammen. Damit sollen einerseits medizinische Daten aus Magen und Darm an den Arzt übermittelt und andererseits genauere Medikamentendosierungen direkt an der Quelle der Erkrankung abgegeben werden. Die Vorteile einer solchen Pille liegen auf der Hand: Sie machen Untersuchungen genauer und Therapien schonender, da Nebenwirkungen durch die gezielte und wohldosierte Abgabe von Arzneimitteln reduziert werden. In der Theorie kann eine solche Behandlung ein bis mehrere Tage dauern. Die Pille wird anschliessend als Elektroschrott ausgeschieden. An ökologischen Varianten wird geforscht.

Der Einsatz der E-Pillen ist vor allem bei der Behandlung von chronischen Magen- und Darmentzündungen, Darmtumoren sowie bei Parkinson und Hepatitis denkbar. Hier kommt es auf den gezielten Übertritt eines Wirkstoffs vom Darm ins Blut an.

Stand der Entwicklung

Aktuell tüfteln verschiedene Forscher- und Ärzteteams in Europa, Amerika und Asien an ersten Prototypen. Auch „Vorgänger“ kennt die E-Pille bereits: Vor allem in den USA werden zum Beispiel gekapselte Minikameras geschluckt und bei Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung eingesetzt. Bis die oben beschriebene E-Pille in unseren Arztpraxen und Spitälern Einzug hält, dauert es allerdings noch eine Weile.

Quelle: „Wenn die Pille aus dem Bauch Alarm funkt“ (web.de, 24. Juni 2016)
Bild: Fotolia

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *