Die vergessene Schwelle

Behinderte Personen können sich über die App „MyHandicap“ über behindertenfreundliche Orte informieren. ©istock.com/shironosov

Die Stufe rauf zum Bankomaten hüpfen, ins Untergeschoss auf die Toilette rennen oder das Auto in die letzte enge Parklücke quetschen… Banale alltägliche Handlungen können für behinderte Personen oftmals zu unüberwindbaren Schwellen werden. Mit der App My Handicap bekommen sie nun digitale Unterstützung im alltäglichen Kampf gegen Barrieren.

Ein Ausflug bedeutet für Behinderte immer Planung. Spontan etwas zu unternehmen ist schwierig. Denn bereits der Zugang zu einer Toilette kann kompliziert werden. Betroffene müssen sich im Voraus über sämtliche Lokale informieren, damit sie alle möglichen Hindernisse auf dem Weg kennen. Auskünfte über ebendiese sind häufig nur schlecht zu bekommen. Denn für Personen ohne Behinderung sind sie oft unsichtbar. Könnten Sie etwa sagen, ob das Kino um die Ecke rollstuhlgängig ist? Oder ob Ihr Einkaufszentrum Stufen beim Eingang hat? Personen mit einer Behinderung sind auf eine zuverlässige Quelle angewiesen.

Mit «MyHandicap» können sich Behinderte über ihr Smartphone zuverlässig und von unterwegs über mögliche Barrieren informieren. Über 500’000 Orte sind erfasst und auf ihre Behindertenfreundlichkeit bewertet. Über die GPS-Funktion kann man das nächste rollstuhlgerechte WC finden oder sich erkundigen, ob das nahe gelegene Restaurant einen Behindertenparkplatz hat. Dank dieser App werden spontane Ausflüge möglich. Die App ist kostenlos. Alle User sind aufgefordert, auch aktiv am Ausbau der Datenbank teilzuhaben. Sie können auch die Behindertengerechtigkeit von besuchten Lokalen bewerten und neue Orte erfassen.

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