Die digitale Droge: Süchtig nach Smartphones & Co.

Über 560‘000 Menschen gelten allein in Deutschland als internetabhängig, darunter immer mehr Jugendliche. Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen, gerade weil sie auch auf die Schweiz übertragbar sind – und weil die Internetsucht oft unerkannt bleibt. Was sind die Symptome? Wie kann man sich davor schützen?

Immer früher in Kontakt mit digitalen Medien

Im Zeitalter von Smartphones, Tablets & Co. ist es zuweilen schwierig, eine Internetsucht frühzeitig zu erkennen. „Man muss das Bewusstsein stärken, dass Online-Spiele und soziale Netzwerke eine hohe Bindungskraft haben können. Jugendliche kommen immer früher in Kontakt mit einem potenziell abhängig machenden Verhalten“, erklärt Professor Falk Kiefer von der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie gegenüber stern.de. Er hält fest, dass von einer steigenden Anzahl Internetsüchtiger ausgegangen werden muss, da internetbasierte Spiele und Medien immer früher ins Kinderzimmer einziehen und für Jugendliche verfügbar sind. Internetsucht gilt bei Jugendlichen bereits als grösseres Problem als das Rauchen.

Vergleichbar mit Drogensucht

Gemäss stern.de lassen sich die Kriterien für Internetsucht mit jener einer Alkohol- oder Drogensucht vergleichen: „Bei Abhängigen treten starke negative Konsequenzen durch Online-Spiele odere das Surfen in sozialen Netzwerken auf, die sie wie angefixt in Kauf nehmen oder ausblenden“, schreiben die Autoren. So lassen Betroffene beispielsweise die Schule oder das Familienleben schleifen, ziehen sich von Freunden zurück und haben ihr eigenes Verhalten nicht mehr im Griff. Da anders als bei anderen Süchten keine Effekte wie zum Beispiel Trunkenheit auftreten, kommen Betroffene meist erst sehr spät in Beratungsstellen. Oftmals wird das Problem auch schlichtweg nicht erkannt.

Um festzustellen, wie problematisch das eigene Internetverhalten ist, kann man sich beispielsweise eigene Nutzungszeiten setzen: Bemerkt der oder die Betroffene daraufhin, dass die Einhaltung dieser Zeit schwer fällt, weist das bereits auf ein gefährdetes Verhalten hin. In solchen Fällen wird eine Beratung dringend empfohlen.

Weitere Informationen zum Thema:

„Smartphones sind das neue Rauchen“ (stern.de, 05.09.2016)
Sucht Schweiz
Internetsucht – Jugend und Medien
Bild: Fotolia

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