Der Papierflut den Kampf ansagen

Businessman is Overwhelmed by the Huge Piles of Papers

Schweizer Ärzte sehen sich zunehmend durch die Dokumentation ihrer medizinischen Leistungen belastet. Ein Grund dafür ist die Spezialisierung und Ausdifferenzierung der modernen Medizin: Ein Patient wird heute selten nur noch von einem einzigen Spezialisten behandelt. Das erfordert einen reibungslosen Informationsaustausch zwischen den einzelnen Ärzten. Ist dieser nicht gegeben, verkommt ihre Arbeit zur Zettelwirtschaft.

Papierflut aufgrund von falschgesetzten Prioritäten?

Am 07. Juni 2016 veröffentlichten die Leiter des Forschungsprogramm HealthCare Excellence der Universität St. Gallen einen Kommentar in der NZZ zu genau diesem Thema. Sie stellen fest, dass sich viele Ärztinnen und Ärzte kaum mit der Verbesserung ihres Kommunikationsaustauschs mit anderen Leistungserbringern auseinandersetzen. „Fragen, die mit einer systematischen Optimierung von gemeinsamer Planung und Zusammenarbeit, von Informations-, Patienten- und Materialfluss zusammenhängen, rücken häufig in den Hintergrund. Darunter leiden nicht nur die Qualität einer patientenzentrierten Wertschöpfung über Disziplinen- und Bereichsgrenzen hinweg. Unerwünschte Nebenwirkungen sind auch eine anschwellende Bürokratie“, halten die Autoren fest. Viele Ärzte verschicken heute immer noch einen Fax an jeden einzelnen anderen Leistungserbringer oder lassen ihre Patienten sämtliche Röntgenaufnahmen o.ä. zusammentragen, statt dass sie sich über eine Lösung informieren, die aus all diesen Schritten einen einzigen machen und alle Beteiligten entlastet.

Welche Wege gibt es aus dem Daten- und Bürokratiechaos? Wie können Leistungserbringer besser vernetzt werden, ohne dass sich Ihre Patientinnen und Patienten um den Schutz ihrer persönlichen Daten sorgen müssen?

Sichere Vernetzungslösungen

Die Autoren des NZZ-Kommentars sprechen sich klar für die Schaffung von gemeinsamen Kommunikationsplattformen aus: „Mithilfe regelmässiger Anstrengungen zur Optimierung der Prozessqualität – unter Beihilfe neuer IT-Möglichkeiten – kann mittelfristig der Patientennutzen erhöht und die Bürokratie abgebaut werden.“ Eine Möglichkeit für diesen Datenaustausch bieten webbasierte Softwarelösungen. Entsprechenden Diensten sollte seitens der Ärzte aber nicht einfach blind vertraut werden. Wer sich als Leistungserbringer für eine webbasierte Lösung zum Speichern und Austauschen von Patientendaten entscheidet, sollte sich unbedingt über Aspekte der Sicherheit und des Datenschutzes informieren. Denn nicht alle Softwares sind auch für den Gesundheitsbereich geeignet. Statt seine Daten zum Beispiel via Dropbox auszutauschen, sollten sich Ärztinnen und Ärzte an Experten wenden, die sich auf den Informationsaustausch im Gesundheitswesen spezialisiert haben. Damit gehen sie sicher, dass die Daten ihrer Patienten nicht nur vor Fremdzugriffen geschützt sind, sondern dass der Speicherort auch zu hundert Prozent den hiesigen Datenschutzrichtlinien entspricht.

Mehr zum Thema: Mediziner versinken in der Papierflut (NZZ vom 07.06.2017)
Bild: Fotolia

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