Der Doktor, der auf der Haut klebt

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Schweissränder an Kleidern – eigentlich ein lästiges Thema. Umso mehr: Sprechen wir mal darüber! Nicht alle finden nämlich, dass der Schweiss ein unerwünschtes Nebenprodukt ist. Er enthält Informationen über unseren Gesundheitszustand. Deshalb entwickeln Forscher Hemden, die den Schweiss analysieren. Tönt verrückt, ist aber wahr. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprogramms werden intelligente Textilien hergestellt. Ein intelligentes Hemd zum Beispiel ermittelt, wie stark man transpiriert und wie viel Magnesium, Kalium und Natrium sich im Schweiss befindet.

Wozu man das braucht? Das Hemd registriert Stressreaktionen, es kann die körperliche Anstrengung überwachen und ist ein nützlicher Begleiter für ältere und chronisch kranke Menschen, die oft zu wenig trinken. Die Textilien senden Daten zu Analysegeräten. Doch es werden nicht nur ausgeklügelte Schweiss-Detektoren entwickelt. Das Forschungsprojekt arbeitet zum Beispiel an einem Pflaster, das die Wundheilung begleitet. Bei grösseren Operationen ist dies wichtig und auch praktisch: Das Pflaster zeigt je nach Heilungsprozess eine entsprechende Farbe an. Der Doktor klebt quasi auf der Haut.

Eine Firma in den USA entwickelt momentan ein anderes Pflaster. Dieses erkennt, wie schnell das Herz schlägt, ob man Fieber hat und wann wieder ein Griff zur Wasserflasche angesagt ist, und schickt die Daten aufs Smartphone. Praktisches Accessoire! Aber nicht nur, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Der Sportler erhält ein Warnsignal, das ihn zum Trinken auffordert. Die Pflegefachperson muss nicht bei allen Patienten die Temperatur messen und die Mutter weiss immer, wie es dem kranken Kind geht. Alles mit einem Streifen, der so einfach anzubringen ist wie ein gutes altes Heftpflaster.

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