Der digitale Assistenzarzt: Wie Diagnosen dank einem intelligenten System verbessert werden sollen

Ein System basierend auf IBMs Watson, soll künftig Krankheitsdiagnosen im Gesundheitswesen verbessern. Nach mehrfachen Tests startet im Januar ein grossangelegtes Pilotprojekt. Die Ausgangslage ist vielversprechend und spannend.

Bereits im Oktober berichtete inside-it.ch über das Projekt aus Deutschland, das an einem Vortrag im IBM Forschungszentrum Rüschlikon vorgestellt wurde. Demzufolge setzt das Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen (ZusE) des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum bald auf ein Assistenzsystem, das Leistungserbringer bei der Diagnosefindung unterstützt und so die Behandlungszeit der Patienten verkürzt.

Gemeinsame Entwicklung von Medizin und Technik

Die Entwicklung des kognitiven Systems erfolgte mit Spezialisten und Entwicklern aus Medizin und Technik. Im Kern arbeitet es mit digitalisierten Krankenakten, wodurch das System auch automatisch über Allergien oder bereits verabreichte Medikamente Bescheid weiss, was Fehldiagnosen ausschliessen soll. Neben den Krankenakten wird das System von den Forschergruppen mit Wissen aus medizinischen Publikationen, Informationen zu Arzneimitteln sowie dem Wissen aus spezialisierten Datenbanken ergänzt. Der Patient selber füllt ebenfalls ein Formular mit 1200 Fragen aus. Aus diesen Informationen erhalten Leistungserbringer sodann alle relevanten Informationen inklusive Hypothesen, die zur Diagnose dienen. Jürgen Schäfer, Leiter des ZusE, setzt grosse Hoffnungen in das neue System: „Wir erwarten, dass das IBM Watson System uns in mehrfacher Weise unterstützt. Wir hoffen, dass es uns hilft, unsere tägliche Arbeit nicht nur schneller, sondern auch besser zu erfüllen, indem es eine Reihe von Prozessen vereinfacht“, wird er von inside-it.ch zitiert.

Bereit für den Pilot

Vor dem eigentlichen Pilotprojekt wurde das Assistenzsystem über mehrere Monate hinweg mit bekannten Fällen von Watson getestet, wobei Ärzte die vom System generierten Diagnosen überprüften. Im Januar startet nun das Pilotprojekt im ZusE. Sofern dieses erfolgreich verläuft, werden die gewonnenen Erfahrungen anderen Krankenhäusern des Rhön-Klinikums zur Verfügung gestellt. Des Weiteren wird beabsichtigt, das Assistenzsystem künftig auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel der vorklinischen Phase anzuwenden, um etwa Fehlzuweisungen zu verhindern und Kosten zu verringern.

Quelle: „‚Dr. Watson‘ hilft Ärzten bei der Diagnose“ (inside-it.ch, 18.10.2016)
Bild: Fotolia

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