Das Smartphone als Fenster zur Welt für Sehbehinderte

Mit der App "Be my Eyes" können sehbehinderte Menschen die Hilfe von Sehenden erfragen. © Be My Eyes

Sehbehinderte Menschen können neuerdings die Hilfe von Sehenden via App erfragen. Die neue iPhone-App „Be my Eyes“ verbindet Nicht-Sehende per Videochat mit einer sehenden Person. Wer eine Sehschwäche hat und dringend Rat braucht, kann mit dieser App auf ein Netzwerk von über 160’000 Helfenden zurückgreifen, die sich bereits registriert haben. Als sehende Person gibt man bei der Registrierung die Sprachen an, die man spricht und das Land, in dem man wohnt. Das soll verhindern, dass im Videochat Sprachbarrieren auftreten oder die Zeitverschiebung einer erfolgreichen Verbindung im Weg steht.

Smartphones haben aber schon ab Werk einige kleine Helfer integriert, und es gibt immer mehr gut funktionierende, einfach zu bedienende Apps. Die Funktion „Voice-Over“ beim iPhone bzw. die „Talk-Back“-App bei Android-Handys unterstützen Sehbehinderte, indem sie den Bildschirminhalt vorlesen oder angeben, auf welchem Symbol der Finger sich gerade befindet. Die „Voice-Over“-Funktion kann den Seiteninhalt sogar in Braille-Schrift ausgeben, sofern man ein entsprechendes Gadget an sein iPhone anschliesst. Apps wie „Prizmo“ und „TextDetektiv“ scannen ganze Texte und lesen diese dann vor. Das hilft zum Beispiel bei der Bestellung im Restaurant.

Es gibt Farberkennungs-Apps, die beim Anziehen und Waschen helfen. Die Gratis-App „TapTapSee“ beschreibt und benennt abfotografierte Gegenstände schnell und präzise. Sogar mehrdimensional wird es mit der App „BlindSquare“, die es sehbehinderten Personen ermöglicht, sich selbstständig in ihrer Umgebung zurecht zu finden. Die App spricht aus, welche Strassen, Kreuzungen und Läden es in wie vielen Metern Entfernung gibt und in welche Richtung man gehen muss.

Noch wird Be my Eyes wenig genutzt, obwohl sich viele registriert haben. Ob es in Endeffekt doch einfacher ist, jemanden auf der Strasse direkt um Hilfe zu bitten?

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