Das Internet warnt früher vor der Grippe

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Bei uns im Büro zieht momentan das Hüsteln ein. Ja, die Grippe ist im Anmarsch! Täglich sind es mehr, die krächzen und frösteln. Wer sich nicht hat impfen lassen, der rauft sich jetzt die Haare. Bei einer echten Grippewelle, trifft’s dann dummerweise auch diejenigen, die von den Viren verschont bleiben: Zuhause gleicht es einem Lazarett, die Firma ist wie leergefegt, in den Schulen fehlen die Lehrerinnen und Lehrer, Hochzeiten, Konzerte und Reisen werden abgesagt, Termine verschoben.

Ob bald eine Grippewelle vor der Tür steht, wissen die Epidemiologen vom Bundesamt für Gesundheit: Sie sammeln die Meldungen von etwa 200 Arztpraxen in der Schweiz und werten sie pro Region aus. Das Meldesystem ist nützlich, aber etwas schwerfällig. Bis die Daten aufgearbeitet sind, dauert es ein bis zwei Wochen. Es geht auch schneller: Vor ein paar Jahren hat man herausgefunden, dass das Internet Grippe-Epidemien quasi in Echtzeit erfasst.

Google ist diesbezüglich ein Pionier. Der Suchmaschinist wartet nicht, bis Ärztinnen und Ärzte ihre Daten geschickt haben, sondern beobachtet sekündlich, womit wir Menschen uns beschäftigen. Werden wir krank, dann suchen wir nämlich Hilfe im Internet. Dies bedeutet wiederum: Je mehr Menschen im Internet fieberhaft nach Rat fragen, desto stärker wütet im echten Leben die Grippe. Google hat einen Algorithmus entwickelt, der die relevanten Suchbegriffe auswertet. Dazu gehören Suchanfragen zu Symptomen und Medikamenten. So ist ein schnelles Frühwarnsystem entstanden.

Dies ist nicht der erste Versuch, übers Internet die Verbreitung von Infektionen nachzuzeichnen. Aber ein gelungener. Google meint zwar, dass ihre Grippesuchmaschine das klassische Meldesystem nicht ersetzt. Das hochvernetzte Internet wird uns aber in Zukunft helfen, diesbezüglich genauere und schnellere Voraussagen zu machen. Oder etwas bissig ausgedrückt: Bald wissen wir, wann wir krank werden, bevor wir es sind!

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