«Darm Check»-App: Unnötige Risiken vermeiden

Girl using application on her smartphone to check health

Rund 4000 Menschen erkranken in der Schweiz jährlich an Dickdarmkrebs. Ab Mitte 50 nimmt das Erkrankungsrisiko drastisch zu. Mit einer Dickdarmspiegelung kann die dritthäufigste Krebsart nicht nur frühzeitig erkannt und behandelt, sondern bereits in der Vorstufe durch die Entfernung von Polypen bekämpft werden. Aber wann ist eine Vorsorge-Dickdarmspiegelung angebracht? Die «Darm Check»-App des Dachverbands Schweizerischer Patientenstellen klärt auf und berechnet das individuelle Risiko.

Das eigene Risiko kennen – und handeln

Eine Dickdarmspiegelung ermöglicht nicht nur eine Früherkennung, sondern eine echte Krebsvorsorge. Trotzdem wird diese Methode nur von ungefähr 10% der Schweizer Bevölkerung wahrgenommen. Grund dafür mag sein, dass der Darm nach wie vor ein «Tabuthema» ist, auch ist eine Dickdarmspiegelung ist nicht die angenehmste aller Vorsorgeuntersuchungen.

Die «Darm Check»-App des Dachverbands Schweizerischer Patientenstellen hilft unter Berücksichtigung des individuellen Risikos beim Entscheid, ob und welche Vorsorgeuntersuchung sinnvoll ist oder nicht. «Unsere App ermöglicht es jeder Person, das individuelle Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, zu berechnen und anhand des Nutzen-Risiko-Verhältnisses den Entscheid für oder gegen eine Darmspiegelung zu treffen», erklärt Erika Ziltener, Präsidentin des Dachverbands Schweizerischer Patientenstellen. Neben dem Test bietet die App zahlreiche Informationen zur Darmgesundheit und Vorsorgemassnahmen sowie Erläuterungen zu den verschiedenen Darmuntersuchungsmethoden.

Kein Arzt-Ersatz

Die «Darm Check»-App ermöglicht die «partizipative Entscheidungsfindung», laut Dachverband das Aufklärungsmodell der Zukunft: «Es basiert auf einem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, die gemeinsam über die Behandlung entscheiden. Konkret bedeutet es die Einbindung von Wünschen, Werten, Präferenzen, Präventionsmöglichkeiten, Lebenserhaltung und Lebensqualität der Patienten im Behandlungsprozess», heisst es in einer Medienmitteilung. Die App ist somit kein Ersatz für den Arzt, doch sie klärt über das individuelle Risiko auf und hilft dem Patienten bei der Entscheidungsfindung bezüglich einer Darmkrebsvorsorge.

Die App ist kostenlos für Android und iOS erhältlich.

 

Bild: Fotolia (bearb.)

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