Bundesrat plant nationales Qualitätszentrum im Gesundheitswesen

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Der Bundesrat will die medizinische Versorgung der Patienten verbessern und gleichzeitig die Gesundheitskosten senken. Dazu plant Bundesrat Alain Berset ein nationales Qualitätszentrum für das Gesundheitswesen einzurichten, das bestehende Projekte in den Kantonen koordiniert und ausbaut. Das Gesundheitszentrum als öffentlich-rechtliche Anstalt soll von einem Verwaltungsrat aus maximal neun unabhängigen Fachleuten geleitet werden und rund 30 Personen beschäftigen. Die Vernehmlassung dazu läuft bis zum 5. September 2014.

Gemäss internationaler Studien, so der Bundesrat in seinem Bericht, werde jeder zehnte Patient im Spital falsch behandelt. Wie hoch die zusätzlichen Kosten sind, die schweizerische Krankenkassen für Komplikationen und Behandlungsfehler berappen müssen, ist unbekannt. Das nationale Zentrum soll für eine systematische Datenerhebung sorgen und Massnahmenpläne zur Qualitätsverbesserung erarbeiten. Dazu gehören auch das elektronische Patientendossier sowie eine verbesserte Koordination unter den Playern des Gesundheitswesens mittels eHealth-Tools. Das Zentrum soll wissenschaftlich fundierte Massnahmen vorschlagen, aber nicht regulierend eingreifen.

Sind 32 Millionen Franken geschätzte jährliche Kosten für ein solches Zentrum gerechtfertigt? Jeder Versicherte müsste dafür 3.50 Franken pro Jahr mehr bezahlen.

Was nicht gemessen wird, kann auch nicht verbessert werden. Aus dieser Sicht ist ein Qualitätszentrum sicher zu begrüssen. Die Frage ist nur, ob ein solches von der öffentlichen Hand finanziert und betrieben werden muss? Stehen nämlich die Daten im Gesundheitswesen erst einmal digital zur Verfügung, schafft dies automatisch mehr Transparenz und damit die Grundlage für die geforderte Qualitätskontrolle. Der Fokus sollte daher auf der Digitalisierung der Daten und Prozesse liegen.

Krankenversicherer und Spitäler kritisieren, dass sich bereits heute mehrere Institutionen um die Patientensicherheit und Qualität kümmern. Die Stiftung für Konsumentenschutz begrüsst dagegen die Pläne des Bundesrates.

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