Auswahl der richtigen Gesundheits-App leichtgemacht

Die Schritte zählen, den Blutdruck messen, den Insulin-Spiegel checken – Gesundheits-Apps sind im Trend. Doch welche Gesundheits-App funktioniert wirklich und geht zudem vertrauenswürdig mit unseren Gesundheitsdaten um? Antworten auf diese und ähnliche Fragen liefert zum Beispiel HealthOn, eine deutsche Informations- und Gesundheitsplattform für Gesundheits- und Medizin-Apps.

Bewertung von Health Apps

Gemäss Dr. Ursula Kramer von HealthOn ist es nicht nur eine Herausforderung, die beste App für sich selber zu finden, sondern auch einzuschätzen, ob die jeweilige App sicher ist und deswegen ohne Probleme verwendet werden kann. Mit HealthOn wurde darum eine Informations- und Bewertungsplattform ins Leben gerufen, auf der Gesundheits-Apps getestet und die Resultate online publiziert werden. Mit einem Algorithmus werden die Apps analysiert mit dem Ziel, «die Möglichkeiten der Digitalisierung verantwortlich zu nutzen, um Gesundheitsversorgung patientenorientiert zu gestalten», wie die Betreiber der Plattform auf ihrer Webseite schreiben. Insgesamt wurden bisher mehr als 6000 Apps geprüft und in einer Datenbank erfasst. Die Prüfungen zeigen, wie wichtig es etwa ist, eine App mit Datenschutzerklärung zu verwenden, wie eine umfassende Analyse von verschiedenen Diabetes-Apps zeigt. Denn «nur jede vierte Diabetes-App hat überhaupt eine Datenschutzerklärung, und das, obwohl 80 Prozent der Apps als Tagebücher genutzt werden können und man mit 60 Prozent dieser Apps auch Daten teilen kann», sagt Kramer gegenüber dem deutschen Ärzteblatt.

Datenschutz und Vertrauen

Datenschutz und Vertrauen sind also das A und O. Aber wie findet man heraus, ob eine Applikation vertrauenswürdig ist? «Qualitativ hochwertige Software muss für den gewünschten Zweck, möglichst sogar darüber hinaus, flexibel einsetzbar sein. Sie soll ihre Aufgaben dabei effektiv und effizient erfüllen und Anwender bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützen», erklärt Dr. med. Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover.

Aktuell gibt es in verschiedenen Ländern Bestrebungen zur Einführung von Qualitätssiegeln und Klassifizierungen nach Risikopotenzial von Gesundheits-Apps. Albrecht ist jedoch der Ansicht, dass sich zurzeit noch jeder Anwender «wohl oder übel» selbst damit auseinandersetzen muss, ob eine App ihren Nutzen erfüllt und zudem vertrauenswürdig ist.

Vertrauenswürdige Gesundheits-Apps: Mit diesen 3 Tipps findet man die richtige

1. Ist die App kostenlos, halten meistens unsere Daten als «Geld» hin. Aus diesem Grund gilt es, zuerst zu überprüfen, wer die App hergestellt hat.

2. Ein klares K.-o.-Kriterium für die Nutzung ist gemäss Albrecht beispielsweise ein fehlendes Impressum und/oder eine fehlende Datenschutzerklärung. Bevor man eine App benutzt, sollte man daher unbedingt nachsehen, ob der Anbieter diese Informationen publiziert hat.

3. Plattformen wie HealthOn bieten eine objektive Analyse von Medizin- und Gesundheits-Apps. HealthOn erfordert eine Registrierung , die zu privaten Zwecken kostenlos ist.

Quellen:
Gesundheits-Apps: Eine Frage des Vertrauens (Deutsches Ärzteblatt, 2017; 114 (41))
HealthOn
Bild: Fotolia

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