Ambient Assisted Living (AAL)

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Die Altersstruktur der Bevölkerung ist einem ständigen Wandel unterworfen. Laut Bundesamt für Statistik wird sich der Anteil der über 65-Jährigen zwischen 2010 und 2030 in der Schweiz von 17 auf 24 Prozent erhöhen.

Dies wird dazu führen, dass mehr Menschen auf Pflege angewiesen sein werden und somit die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Um in Zukunft dieser Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sucht man heute nach Lösungen.

Auf der Suche nach Lösungen spielen Ambient Assisted Living Projekte eine wichtige und vielversprechende Rolle. AAL Projekte sollen nicht nur Kosten im Gesundheitswesen senken, sondern auch die Lebensqualität von Senioren erhöhen. Sie sollen dabei helfen, ältere Menschen mobil und fit zu halten, damit diese möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Hier ein paar Vorzeige-Projekte:

WayFis (Université de Genève)

Way Finding for Seniors ist ein Projekt, welches Senioren beim Planen und Durchführen von Reisen helfen soll. Die Senioren sollen durch diese Applikation die Möglichkeit haben selbstständig von einem Ort zum anderen zu gelangen. Es ist ein Wegfindungstool in Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel oder zu Fuss. Das Projekt nimmt bei der Wegplanung Rücksicht auf die körperlichen Schwächen (Lauffähigkeit, Sehschwäche, geistige Fähigkeit) sowie auf mangelndes Wissen über die Möglichkeiten den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Das Projekt soll einfach gehalten werden, so dass Menschen, die keine Erfahrung mit Technischen Hilfsmittel haben, ohne Problem damit umgehen können.

iWalkActive (Hochschule Luzern)

Die Idee hinter dem iWalkActive ist das Kombinieren von bereits existierenden Technologien zu einem neuen, hilfreichen Gegenstand. Das Projekt iWalkActive soll ältere oder kranke Menschen ansprechen, die sich gerne draussen aufhalten, sich gerne bewegen, gerne wandern gehen oder wie es der Name schon andeutet, einfach aktiv sein wollen.

Neben einem Sitz und Warentransportsystem soll der Rollator mit modernster Kommunikationstechnik, wie ein Navigationssystem oder ein Notfallsystem, ausgestattet werden. Um Hindernisse einfacher zu überwinden, wird der Rollator mit einem Elektroantrieb ausgestattet.

CONFIDENCE (Hochschule Luzern)

CONFIDENCE soll leicht bis mittel dementen Menschen helfen, ihren Alltag alleine zu gestalten.

„Bin ich auf dem richtigen Weg?“, „Wo bin ich gerade, und wie komme ich nach Hause“ oder „Wie gehe ich schon wieder mit der Waschmaschine um?“. Dies sind ein paar Herausforderungen, welche im Alltag eines dementen Menschen auftreten können.

Ein wichtiger Teil der Applikation ist die Community, bestehend aus Familienmitgliedern, professionellen Helfern und Freiwilligen. Die Community unterstützt, dank des mobilen Dienstes, die Angehörigen und Patienten auf ihrem Weg.

Wenn sich nun ein CONFIDENCE-Benutzer verläuft und Hilfe braucht, kann er dank dem Sprachkanal auf die Community zurückgreifen. Dabei soll ein Helfer aus der Community den Benutzer in erster Linie beruhigen, denn ein grosses Problem bei Demenzkranken ist, dass sie sich in Stresssituationen noch weniger zu Recht finden. Über die Applikation kann der Helfer auf die Kamera zugreifen, um die Umgebung zu sehen wo sich der Benutzer befindet. Zu dem soll es mit Hilfe einer Lokalisierungs- und Trackingsfunktion möglich sein, die Person zu lokalisieren und zu sehen welchen Weg sie zurücklegt.

Ambient Assisted Living wird in der Zukunft eine grosse Rolle spielen. Gespannt darf man sein, wie sich diese Projekte entwickeln und sich hoffentlich in unseren Alltag integrieren werden. Sei dies um uns zu helfen, zu kommunizieren, zu erinnern, mobil oder fit zu bleiben.

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